A-Kneipe mit Vortrag

Am Samstag, den 6. September findet ab 19:30 Uhr wieder eine A-Kneipe im Café Gegendruck (Fischergasse 2, Heidelberg-Altstadt) statt. Diesmal mit einem Vortrag zu

Howard Zinn: You Can‘t Be Neutral on a Moving Train

Howard Zinn (1922 – 2010) war ein US-amerikanischer Historiker und Friedensaktivist. Seine Autobiographie heißt You Can‘t Be Neutral on a Moving Train (dt. Titel: Schweigen heißt Lügen), und sein berühmtestes Werk ist A People’s History of the United States. In dieser Geschichte des amerikanischen Volkes (dt. Titel) erzählt er die US-amerikanische Geschichte ab Kolumbus „von unten“, d.h. nicht aus der Sicht der Reichen und Mächtigen, sondern aus der Sicht der Indigenen Amerikas, der Sklav*Innen, der Armen und der gewöhnlichen Menschen. Howard Zinn nannte seine Autobiographie deshalb wie oben erwähnt, weil er mit dem Begriff „neutral“ nicht viel anfangen konnte:

„Ich habe immer einen Kurs damit begonnen, meinen Studierenden klarzumachen, dass sie meinen Standpunkt kriegen würden, aber dass ich versuchen würde, gegenüber anderen Standpunkten fair zu sein. […] Ich habe keine Objektivität vorgetäuscht, die weder möglich noch wünschenswert ist. ‚Man kann nicht neutral sein auf einem fahrenden Zug‘, pflegte ich ihnen zu sagen […] – dass nämlich die Ereignisse bereits in eine bestimmte tödliche Richtungen laufen, und dass neutral zu sein heißt, dies zu akzeptieren. Ich habe niemals geglaubt, dass ich meine Ansichten unvoreingenommenen Köpfen aufzwingen würde. Meine Studierenden hatten bereits eine lange Phase der politischen Indoktrination hinter sich, bevor sie in meine Klassen kamen – in der Familie, in der High School und in den Massenmedien.“

Sein ganzes Leben lang hat Howard Zinn für mehr soziale Gerechtigkeit gekämpft. Als Sohn einer russischen Immigrantin und eines österreichischen Einwanderers hat er am eigenen Leib gespürt, was es heißt, arm zu sein:

„Ich habe mich immer über die selbstgefälligen Aussagen von PolitikerInnen geärgert, von KommentatorInnen und Konzernvorständen, die darüber sprachen, dass wenn man in Amerika hart arbeitet, man auch reich werden würde. Das bedeutet dass wenn man arm ist, dass man dann nicht hart genug gearbeitet hat. Ich wusste das war eine Lüge, eine Lüge über meinen Vater und Millionen anderer, Männer und Frauen, die härter arbeiteten als irgendwer sonst, härter als Finanzleute und Politiker*Innen, härter als alle anderen, wenn man davon ausgeht, dass ein unangenehmer Job wirklich sehr harte Arbeit bedeutet.“

Links zu Howard Zinn:
http://de.wikipedia.org/wiki/Howard_Zinn
http://www.howardzinn.org/zinn