Archiv für März 2014

A-Kneipe mit Vortrag

Paul Goodmans pragmatischer Anarchismus

Paul Goodman (1911-1972) war einer der einflussreichsten amerikanischen linken Intellektuellen der 1960er Jahre und galt als „der Philosoph der neuen Linken“. Sein Buch „Growing up absurd“ („Aufwachsen im Widerspruch“) war ein Bestseller und ein Kult-Buch der amerikanischen Gegenkultur dieser Jahre. Er war Dichter, Autor, Essayist, Pionier der queeren Emanzipation, Mitbegründer der Gestalttherapie und nicht zuletzt ein undogmatischer anarchistischer Denker, der den Anarchismus für ein zentrales Leitmotiv seines vielfältigen Denkens und Wirkens erachtete. Der Vortrag konzentriert sich auf Goodmans Beiträge zum Anarchismus (Vortragssprache ist deutsch, vorgelesene Texte sind auf englisch).

Ort: Café Ge­gen­druck, Fi­scher­gas­se 2, Hei­del­berg-​Alt­stadt
Zeit: Samstag, 05. April 2014 , 19:30 Uhr

Demo gegen Rassismus und Neonazis in Sinsheim

Für Samstag, den 22. März 2014, ruft der Kreisverband Heidelberg/Rhein-Neckar der VVN/BdA zu einer Bündnisdemonstration in Sinsheim unter dem Motto „Für eine Welt ohne Ausgrenzung und Menschenverachtung“ auf. Die Demonstration richtet sich vor allem gegen die rassistische Hetze gegen Flüchtlinge durch die regionalen Neonazi-Zirkel im Kraichgau und der Rhein-Neckar-Region.

Treffpunkt: Allee Sinsheim (östlicher Teil – Nähe Stadthalle)
Beginn: 13:00 Uhr
Treffpunkt für Heidelberg: 12.20 Uhr Hauptbahnhof Heidelberg (Haupteingang)

Weitere Infos zum Treiben der Nazis in Sinsheim und zur Demo am Samstag gibt es hier.

Schmiermittel für die soziale Revolution

Solidaritäts- und Infoveranstaltung mit Ralf Drais

20.03.2014, 19.30 Uhr, Bürgerhaus Neckarstadt-West, Lutherstraße 15-17, Mannheim
Veranstaltet von der Anarchistische Gruppe Mannheim in Kooperation mit der Freien Arbeiter_innen Union Mannheim

Entgegen der Propaganda das Schlimmste sei überstanden, geht die soziale Zertrümmerung Griechenlands weiter. Tausende Unternehmen sind Bankrott, die Städte gekennzeichnet durch leere Schaufenster. Bei einer Arbeitslosenrate von 29 Prozent, einer Jugendarbeitslosigkeit von 63 Prozent, wachsen Angst und Perspektivlosigkeit. Deutschlands Hauptrolle in diesem Prozess und der Profit, den es aus der Zerschlagung der Infrastruktur des Landes zieht, werden verschwiegen, die Proteste als unberechtigtes Aufbegehren von Faulenzern und Extremisten dargestellt. Schmiergeldzahlungen deutscher Firmen werden höchstens kurz erwähnt, das nationalistische Rollback, die repressive Regierungspolitik, die rassistischen Angriffe, der Aufstieg der Faschisten von Chrysi Avgi, oder die mörderische Flüchtlingspolitik systematisch ausgeblendet.

Doch noch immer finden täglich Aktionen, Demonstrationen, Besetzungen und Streiks statt. Soziale Zentren, Kooperativen und Kollektivbetriebe entstehen trotz Repression im ganzen Land. Aus Enttäuschung über die staatstragenden Gewerkschaften und die Parteien, aus Alternativlosigkeit, purer Not oder voller Überzeugung wählen viele den Weg der Selbstorganisierung. Über 3.000 selbstverwaltete Projekte und Initiativen sind mittlerweile entstanden und präsentieren den Entwurf einer solidarischen Gesellschaft.

Ein eindrucksvolles Beispiel ist die besetzte Fabrik Viomichaniki Metalleftiki (Vio.Me) in Thessaloniki für die sich jüngst ein bundesweiter Unterstützerkreis gegründet hat. In der Veranstaltung soll es auch darum gehen, Möglichkeiten der praktischen Solidarität mit den Kämpfen in Griechenland auszuloten.

Gentrification contra ‚Recht auf Stadt‘

Vortrag mit Andrej Holm

17.03.2014, 19.30 Uhr, Jugendkulturzentrum FORUM, Neckarpromenade 46, Mannheim
Veranstaltet vom Bündnis „Wem gehört die Stadt?!“

Gentrification, die Inwertsetzung bisher preiswerter Wohnviertel, hat sich zu einem ständigem Begleiter städtischer Veränderungen entwickelt. Weltweit lösen die damit einhergehenden Verdrängungsprozesse Protestmobilisierungen aus, in denen es oft um mehr geht, als um das Recht auf eine Wohnung. Im Vortrag werden aktuelle Tendenzen der Gentrification und die damit einhergehenden Konflikte in den Städten vorgestellt.

Andrej Holm ist Sozialwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität Berlin. Er forscht zu Themen der Stadterneuerung, Gentrifizierung und Wohnungspolitik im internationalen Vergleich. Außerdem hat er Erfahrung mit dem Leben in besetzten Häusern sammeln können.